Schönfließ

Seit 1735 stand die Friedenseiche unweit der Kirche in Schönfließ. Jetzt zeugt nur noch ein riesiger Stubben vom einstigen Prachtbaum am Kriegerdenkmal. Für Anselm Fitzkow aus Glienicke ein Rätsel. Die Stürme der jüngsten Zeit könnten dem stattlichen Baum doch nichts angehabt haben, mutmaßte er am Freitag am MAZ-Sorgentelefon und bat um Aufklärung.

Doch der Naturfreund hat sich geirrt: Sturm Xavier hatte am 5. Oktober Äste so groß wie Bäume abgebrochen und zu Boden stürzen lassen. Und obwohl Baum und Stamm einen vitalen Eindruck machten, waren die Äste hohl und morsch, sagt Ortsvorsteher Mario Müller (CDU). Als Feuerwehrmann war er selbst beteiligt, die gewaltigen Äste aus dem Weg zu räumen. „Das hat uns in der Seele wehgetan“, erinnert er sich an den Einsatz. Persönliche Erinnerungen verbinden ihn mit dem Baum: „Ich bin damit groß geworden, weil dort früher die Bushaltestelle war.“

Nachdem die ersten Schäden beseitigt waren, mussten im Nachhinein auch noch die Mitarbeiter eines Fachbetriebes anrücken, um den Baumriesen Stück für Stück abzutragen. „Die Verkehrssicherungspflicht war nicht mehr gegeben“, zitiert Müller den zuständigen Mitarbeiter aus der Gemeindeverwaltung. Das sei insbesondere brisant, weil der dortige Fußweg aus großen Teilen des Ortes direkt zur Kita „Am Schlosspark“ führt.

Aber der Schaden soll so nicht tatenlos hingenommen werden. Bereits im jüngsten Ortsbeirat wurde der Entschluss gefasst, im kommenden Jahr wieder einen schönen Baum an dieser Stelle zu pflanzen, berichtet Mario Müller. Der könne die alte Pracht nicht sofort ersetzen. Aber schließlich habe auch er wieder 200 Jahre Zeit dafür.

Von Helge Treichel